KTM 690 Enduro R

// Private Fanseite // Modelljahr 2024 // Mattighofen, Österreich

KTM 690
Enduro R

Ein Zylinder. Keine Kompromisse. Die letzte große Single-Enduro der Welt – geboren aus vier Jahrzehnten LC4, gehärtet in der Wüste der Rallye Dakar.

0 cm³
Hubraum LC4
0 PS
Leistung
0,5 Nm
Drehmoment
0 kg
Trockengewicht
0 mm
Federweg v/h

Etappenplan starten

ETAPPE 01Briefing // Was dieses Motorrad ist

Das Konzept: eine Klasse für sich

Die 690 Enduro R sitzt in einer Nische, die sie praktisch allein bewohnt: deutlich stärker als jede Sportenduro, dramatisch leichter als jedes Adventure-Bike. Wer eine echte Konkurrenz sucht, landet zwangsläufig bei den eigenen Konzernschwestern.

Rund 146 Kilogramm trocken, 74 PS aus einem einzigen Zylinder, 250 Millimeter Federweg an beiden Enden, 21-Zoll-Vorderrad – das ist die Rezeptur. Der Tank sitzt im Heck, wodurch die Front schlank bleibt wie bei einer Wettbewerbsenduro und sich der Schwerpunkt zentralisiert. Dazu kommt eine Elektronik, die man in dieser Fahrzeugklasse sonst nirgends findet: Kurven-ABS mit Offroad-Modus, schräglagenabhängige Traktionskontrolle, zwei Fahrmodi und Quickshifter+.

Das Ergebnis ist ein Motorrad, das morgens zur Arbeit pendelt, am Wochenende die Trans Euro Trail fährt und mit Gepäckrolle auch mal bis zum Balkan durchzieht – ohne Anhänger, ohne Ausreden.

// Plattform-Drilling

KTM 690 Enduro R

Das Original in Orange. Aggressivste Optik, MX-inspirierte Ergonomie, Brembo-Bremsen, konsequente Offroad-Ausrichtung. Die Referenz der Baureihe – und Basis unzähliger Rally-Umbauten.

// Plattform-Drilling

Husqvarna 701 Enduro

Technisch weitgehend identisch: gleicher LC4, gleicher Rahmen, gleiches Fahrwerkskonzept. Unterschiede stecken in Design, Anbauteilen und Details wie den Armaturen – Geschmackssache in Weiß-Blau-Gelb.

// Plattform-Drilling

GasGas ES 700

Der jüngste Ableger der Plattform in Rot, positioniert als etwas schlichter ausgestattete und günstigere Variante. Herz und Chassis: dieselbe Mattighofener DNA.

Warum sie polarisiert – und warum das gut ist

Die 690 ist kein Kompromiss-Motorrad, sondern ein Motorrad, das Kompromisse von seinem Fahrer verlangt: Die Sitzbank ist schmal und hart, der Windschutz nicht existent, die Vibrationen des großen Singles bleiben trotz zweier Ausgleichswellen oberhalb von 130 km/h spürbar. Dafür bekommt man ein Fahrgefühl, das kein Twin dieser Welt liefert – den direkten, fast schon rohen Punch eines Motors, der seit 1987 immer nur ein Ziel kannte: vorwärts.

ETAPPE 021934 → heute // 92 Jahre Mattighofen

Die KTM-Story

Von der Schlosserwerkstatt im Innviertel zum größten Motorradhersteller Europas – mit zwei Insolvenzen, einer Wiederauferstehung in Orange und zuletzt der Übernahme durch Bajaj. Kaum eine Marke hat eine dramatischere Geschichte.

KM 0000 // 1934

Hans Trunkenpolz, Mattighofen

Der Ingenieur Johann „Hans“ Trunkenpolz eröffnet eine Schlosser- und Kfz-Werkstatt in Mattighofen, Oberösterreich. Ab 1937 verkauft er DKW-Motorräder – der Betrieb firmiert inoffiziell als „Kraftfahrzeug Trunkenpolz Mattighofen“.

KM 0017 // 1951–1953

Das erste eigene Motorrad: R 100

1951 entsteht der Prototyp, 1953 startet die Serienfertigung der R 100 mit 98-cm³-Zweitaktmotor. Eine Handvoll Mitarbeiter baut anfangs nur wenige Maschinen pro Tag – der Anfang von allem.

KM 0021 // 1955

Aus KT wird KTM

Der Geschäftsmann Ernst Kronreif steigt als Gesellschafter ein: „Kronreif & Trunkenpolz Mattighofen“. Die drei Buchstaben, die später die Offroad-Welt dominieren, sind geboren.

KM 0022 // 1956

Erstes Gold bei den Six Days

KTM feiert bei der Internationalen Sechstagefahrt den ersten großen Sporterfolg – der Grundstein für die bis heute ungebrochene Enduro-Tradition. Parallel laufen Mopeds und Roller wie Mecky, Ponny und Comet vom Band.

KM 0036 // 1962–1970

Generationswechsel & eigene Motoren

Nach dem Tod von Hans Trunkenpolz übernimmt Sohn Erich. 1970 beginnt KTM mit der Fertigung eigener Motoren – die entscheidende Weichenstellung, ohne die es den LC4 nie gegeben hätte.

KM 0040 // 1974

Erster WM-Titel

Gennadi Moissejew gewinnt auf KTM die 250er-Motocross-Weltmeisterschaft – der erste von inzwischen weit über 300 Weltmeistertiteln der Marke. In den USA machen die Penton-Modelle KTM parallel zum Geheimtipp.

KM 0053 // 1987

Der LC4 debütiert

KTM stellt den ersten flüssigkeitsgekühlten Viertakt-Einzylinder vor – Details in Etappe 03. Gleichzeitig gerät das Unternehmen wirtschaftlich zunehmend unter Druck.

KM 0057 // 1991/92

Insolvenz und Neustart in Orange

Die alte KTM Motor-Fahrzeugbau AG bricht zusammen und wird in vier Gesellschaften zerschlagen. Die Motorradsparte übernimmt ein Konsortium um Stefan Pierer – die neue KTM Sportmotorcycle startet radikal fokussiert: Offroad, Sport, „Ready to Race“.

KM 0060 // 1994

Duke & Dakar

Mit der 620 Duke wagt sich KTM auf die Straße – der erste LC4-Kult-Single fürs Grobe auf Asphalt. Im selben Jahr beginnt das ernsthafte Dakar-Engagement, das die Marke für immer prägen wird.

KM 0067 // 2001

Der erste Dakar-Sieg

Fabrizio Meoni gewinnt die Rallye Dakar auf dem LC4-Single – Auftakt einer beispiellosen Serie von 18 Siegen in Folge. Details in Etappe 05.

KM 0073 // 2007

Partnerschaft mit Bajaj

Der indische Zweiradriese Bajaj Auto steigt bei KTM ein. Aus der Kooperation entstehen später die in Indien gefertigten 125er- bis 390er-Baureihen – und ein Partner, der Jahrzehnte später zum Retter wird.

KM 0079 // 2013–2020

Expansion: Husqvarna, GasGas, MotoGP

KTM übernimmt Husqvarna Motorcycles (2013) und GasGas (2019/20), steigt 2017 in die MotoGP ein und wächst zum größten Motorradhersteller Europas. 2020 holt Brad Binder den ersten MotoGP-Sieg für die Marke.

KM 0090 // Nov. 2024

Die große Krise

Nach dem Corona-Boom kollabiert die Nachfrage, Lager laufen über: Die KTM AG meldet Ende November 2024 ein Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung an – bei Verbindlichkeiten von rund 1,6 Milliarden Euro. Zweimal steht die Produktion still, rund 1.800 Beschäftigte verlieren im Zuge der Sanierung ihre Jobs.

KM 0091 // 2025

Rettung durch Bajaj

Die Gläubiger akzeptieren im Februar 2025 eine 30-Prozent-Quote; Bajaj stellt insgesamt rund 800 Millionen Euro bereit und sichert damit das Überleben. Im Gegenzug wird die Kontrollübernahme vereinbart – Stefan Pierer zieht sich zurück, Gottfried Neumeister führt KTM als CEO.

KM 0091 // Nov. 2025

Bajaj übernimmt das Kommando

Nach grünem Licht von Übernahmekommission und EU-Kommission übt Bajaj seine Call-Option aus und hält fortan 74,9 % an der KTM-Mutter, die von Pierer Mobility in Bajaj Mobility AG umbenannt wird und ihren Sitz nach Mattighofen verlegt. Europas orangeste Marke gehört nun mehrheitlich nach Indien – bleibt aber in Österreich zu Hause.

KM 0092 // 2026

Turnaround-Modus

Produktion und Verkauf laufen wieder an, die Lagerbestände sinken, und bei der Dakar 2026 holt KTM prompt den nächsten Gesamtsieg. Die 690 Enduro R kehrt nach einem Jahr Pause kräftig überarbeitet ins Programm zurück – die Geschichte geht weiter.

ETAPPE 031987 → heute // Ein Motor, vier Jahrzehnte

Der LC4: Anatomie einer Legende

LC4 steht schlicht für „Liquid Cooled 4-stroke“ – flüssigkeitsgekühlter Viertakter. Hinter dem nüchternen Kürzel steckt der wohl charakterstärkste Serien-Einzylinder der Motorradgeschichte.

1987 präsentiert KTM den ersten LC4 als Nachfolger der luftgekühlten Viertakter der frühen Achtziger: ein flüssigkeitsgekühlter Single mit obenliegender Nockenwelle und vier Ventilen, zunächst mit gut 550 cm³. Was folgt, ist eine fast vierzigjährige Evolution, in der der Motor kontinuierlich wächst, verfeinert wird – und dabei nie seinen Charakter verliert.

Die Neunziger bringen die 620er-Generation (real 609 cm³), die 1994 mit der ersten Duke den Supermoto-Gedanken salonfähig macht. 1998 folgt die 640er-Stufe (625 cm³), die als 640 Adventure zur Fernreise-Ikone wird, während die auf 654 cm³ aufgebohrte 660 Rally in der Wüste Geschichte schreibt. 2007/2008 kommt der große Schnitt: eine komplett neu konstruierte LC4-Generation mit Einspritzung – zunächst 654 cm³, ab 2012 echte 690 cm³.

2016 erreicht der LC4 seine bislang kultivierteste Ausbaustufe: 693 cm³, Ride-by-Wire, Doppelzündung und eine zweite Ausgleichswelle im Zylinderkopf, die dem großen Single die schlimmsten Manieren abgewöhnt, ohne ihn weichzuspülen. Genau dieses Aggregat treibt seit 2019 auch die 690 Enduro R an – mit 74 PS lange Zeit der stärkste Serien-Einzylinder der Welt. Für das Modelljahr 2026 legte KTM noch einmal nach: Über die Hälfte des Motors wurde für Euro5+ erneuert, geänderte Steuerzeiten liefern nun rund 78 PS bei früher anliegendem Drehmoment.

1987 1994 1998 2008 2012 2016+ „600“ „620“ „640“ „690“ „690“ „690“ 553 609 625 654 690 693 HUBRAUM IN cm³ (REAL)
// LC4-Hubraum-Evolution: Die Modellnamen rundeten schon immer großzügig – erst seit 2012 stecken echte 690er-Kubik im „690“.
// Konstruktion

Ein Zylinder, zwei Ausgleichswellen

105 mm Bohrung bei 80 mm Hub, SOHC-Vierventilkopf, 12,7:1 verdichtet. Eine Ausgleichswelle vor der Kurbelwelle plus eine zweite im Zylinderkopf – deshalb läuft dieser Riesen-Single so erstaunlich zivil und dreht trotzdem freudig über 8.000/min.

// Elektronik

Ride-by-Wire & Doppelzündung

Keihin-Motormanagement mit elektronischer Drosselklappe und zwei unterschiedlich großen Zündkerzen, die je nach Lastzustand separat angesteuert werden – für sauberen Rundlauf unten und volle Leistung oben. Ein Klopfsensor passt die Zündung sogar an die Spritqualität an.

// Kraftübertragung

PASC-Antihopping-Kupplung

Die hydraulisch betätigte Anti-Hopping-Kupplung verhindert Hinterradstempeln beim harten Anbremsen und lässt sich mit einem Finger ziehen – im Gelände Gold wert. Dazu: Sechsganggetriebe und optionaler Quickshifter+ für Schalten ohne Kupplung in beide Richtungen.

// Rekord

Der stärkste seiner Art

Mit 74–75 PS war der LC4 693 jahrelang der stärkste Serien-Einzylinder der Welt – seit dem 2026er-Update sind es sogar rund 78 PS. Zum Vergleich: Klassische Single-Enduros wie eine XT 600 lagen bei etwa 45 PS.

ETAPPE 04600 → 690 // Fünf Generationen große Enduro

Der Stammbaum der großen KTM-Enduros

Die 690 Enduro R fiel nicht vom Himmel. Sie ist die fünfte Generation einer Linie, die 1987 mit der 600er begann – und deren Modellnamen mit dem echten Hubraum traditionell wenig zu tun hatten.

1987–1993
// Generation 1

KTM 600 Enduro / GS

Die erste LC4-Enduro: kickstartend, kompromisslos, mit gut 550 cm³. Sie etabliert das Konzept der großen, geländetauglichen Einzylinder-KTM und sammelt erste Rallye-Meriten in Afrika.

1994–1998
// Generation 2

KTM 620 EGS / Adventure

Real 609 cm³, erstmals mit E-Starter-Option und zunehmend reisetauglich. Die 620 Adventure (ab 1997) bringt großen Tank und Rallye-Optik – der Urahn aller KTM-Adventure-Modelle.

1998–2007
// Generation 3

KTM 640 LC4 Enduro / Adventure

625 cm³, robuster denn je, als 640 Adventure die Fernreise-Ikone ihrer Ära. Parallel gewinnt die eng verwandte 660 Rally viermal die Dakar. Bis heute hat die 640er eine treue Fangemeinde.

2008–2017
// Generation 4

KTM 690 Enduro / Enduro R

Komplett neu: Einspritzung, 654 cm³ (ab 2012: 690 cm³), Kunststoff-Hecktank, rund 63–67 PS. Ab 2009 ergänzt die härtere R-Version mit mehr Federweg, die ab 2012 allein weiterläuft – Kultstatus inklusive.

2019–2024
// Generation 5

KTM 690 Enduro R (693)

Nach kurzer Pause der große Relaunch: 693-cm³-LC4 mit 74 PS, Ride-by-Wire, Kurven-ABS, Traktionskontrolle, Fahrmodi und Quickshifter+. Straffere Rahmengeometrie, WP-Xplor-Fahrwerk, Umlenkung am Heck. Das Modelljahr 2024 – Gunnars Maschine – markiert den Schlusspunkt dieser Ausbaustufe.

2026–heute
// Generation 5.5

Das Comeback nach der Krise

Insolvenzbedingt gibt es kein Modelljahr 2025 – dafür kehrt die 690 Enduro R 2026 kräftig überarbeitet zurück: rund 78 PS, neue Airbox und Abgasanlage für Euro5+, überarbeitetes Fahrwerk und Chassis-Detailpflege. Die Nische lebt.

Warum „die letzte ihrer Art“?

Yamahas XT- und Ténéré-Singles, Hondas Dominator, Suzukis DR Big, BMWs F 650 – die großen Einzylinder-Enduros der Neunziger sind längst Geschichte oder zu Twins mutiert. Übrig geblieben ist eine einzige Plattform: der LC4 aus Mattighofen, in drei Farben. Wer heute eine echte große Single-Enduro neu kaufen will, kommt an diesem Motor nicht vorbei – das macht die 690 Enduro R zu einem Stück lebender Motorradgeschichte.

ETAPPE 05Marathon-Etappe // KTM & die Rallye Dakar

Roadbook Dakar: die Wüste in Orange

Keine Marke ist so untrennbar mit der härtesten Rallye der Welt verbunden wie KTM. Diese Sektion ist im Stil eines klassischen Dakar-Roadbooks gehalten – jener Papierrollen mit Kilometerangaben und „Tulpen“-Symbolen, nach denen die Fahrer durch die Wüste navigieren.

Siege in Serie – die längste Dominanz des Motorsports

Von 2001 bis 2019 gewann KTM jede einzelne ausgetragene Rallye Dakar in der Motorradwertung – 18 Mal in Folge (die Ausgabe 2008 wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt). Erst 2020 durchbrach Honda mit Ricky Brabec die Serie. Inzwischen steht KTM bei 21 Gesamtsiegen: 2023 kam Kevin Benavides dazu, 2025 Daniel Sanders – und 2026 sein Bruder Luciano Benavides.

Roadbook // KTM × DakarBlatt 1/1WP: 1979–2026
KM
1979
Start: Paris–DakarThierry Sabine ruft die Rallye von Paris an den Lac Rose bei Dakar ins Leben – 10.000 Kilometer Abenteuer durch die Sahara. Die Ära der großen Wüsten-Singles beginnt.
KM
1994
KTM greift ernsthaft anDer LC4 trägt KTM ab Mitte der Neunziger als Werksprojekt zur Dakar. Die Lernkurve ist steil, die Konkurrenz aus Japan übermächtig – noch.
KM
2001
Sieg Nr. 1: Fabrizio MeoniDer Italiener gewinnt auf dem LC4-660-Rally-Single. Es ist der Anfang der Serie – und bis 2010 bleiben mit einer Ausnahme (Meonis LC8-Twin-Sieg 2002) alle Siegermaschinen LC4-Einzylinder, zuletzt die 690 Rally.
KM
2011
Reglementwechsel: 450 cm³Die Ära der großen Singles endet per Reglement – fortan siegt die KTM 450 Rally. Despres und Coma sammeln je fünf Titel, Price, Sunderland und Walkner (2018 als erster Österreicher) führen die Serie bis 2019 fort.
KM
2020
Die Serie reißtRicky Brabec gewinnt für Honda – nach 18 KTM-Siegen. Es folgen Jahre auf Augenhöhe: 2022 siegt mit Sam Sunderland auf GasGas immerhin die Konzernschwester, 2023 holt Kevin Benavides den Titel zurück nach Mattighofen.
KM
2025
Sieg mitten in der KriseWährend zu Hause um die Zukunft der Firma gerungen wird, gewinnt Daniel Sanders die Dakar 2025 souverän – Sieg Nr. 20. Der Rennsport bleibt das Herz der Marke, auch wenn Husqvarna und GasGas sparbedingt keine Werksteams mehr stellen.
KM
2026
Zwei Sekunden EwigkeitDas dramatischste Finale der Dakar-Geschichte: Luciano Benavides (Red Bull KTM) kassiert auf der Schlussetappe noch Ricky Brabec, der sich sieben Kilometer vor dem Ziel verfährt – Sieg Nr. 21 mit nur zwei Sekunden Vorsprung, dem knappsten Abstand aller Zeiten. Titelverteidiger Sanders wird trotz Schlüsselbeinbruch noch Fünfter.

Die KTM-Dakar-Siegerliste

Und die Verbindung zur 690? Sie ist direkter, als man denkt: Die 690 Rally war bis 2010 das letzte siegreiche Single-Werksbike, und die heutige 690 Enduro R trägt exakt diese DNA – Hecktank, schlanke Front, LC4-Punch. Nicht umsonst ist sie die beliebteste Basis für private Rally-Umbauten mit Navigationsturm und Zusatztanks.

ETAPPE 06Datenblatt // Modelljahr 2024

Technik & Daten

Werksangaben der 690 Enduro R, Modelljahr 2024 – der letzten Ausbaustufe der fünften Generation.

Motor
Bauart1-Zylinder-4-Takt LC4, flüssigkeitsgekühlt, SOHC, 4 Ventile
Hubraum692,7 cm³
Bohrung × Hub105 × 80 mm
Leistung55 kW (74 PS)
Drehmoment73,5 Nm bei 6.500/min
Verdichtung12,7 : 1
GemischaufbereitungKeihin-EMS mit Ride-by-Wire, 50-mm-Drosselklappe, Doppelzündung
KupplungPASC-Antihopping-Kupplung, hydraulisch betätigt
Getriebe6 Gänge, Quickshifter+ (je nach Markt Serie/Option)
Fahrwerk
RahmenChrom-Molybdän-Stahl-Gitterrohrrahmen, Motor mittragend, Kunststoff-Heck mit integriertem Tank
GabelWP Xplor 48 USD, Druck-/Zugstufe einstellbar, 250 mm Federweg
FederbeinWP Xplor mit Umlenkung, einstellbar, 250 mm Federweg
BremsenBrembo, 300-mm-Scheibe vorn / 240 mm hinten
ABSBosch 9.1 MP Kurven-ABS mit Offroad-Modus, abschaltbar
AssistenzMTC-Traktionskontrolle (schräglagenabhängig), 2 Fahrmodi (Street/Offroad)
Räder / ReifenSpeichenräder 21"/18", 90/90-21 vorn, 140/80-18 hinten
Maße & Gewichte
Sitzhöheca. 910 mm
Bodenfreiheitca. 270 mm
Tankinhalt13,5 l (im Heck)
Gewichtca. 146 kg trocken
Serviceintervall10.000 km

// Angaben ohne Gewähr – je nach Markt und Modelljahr leicht abweichend. Quelle: Hersteller- und Presseangaben.

Modelljahr-Chronik der 690 Enduro (R)

JahrWas passierte
2008Debüt 690 Enduro: neue LC4-Generation mit Einspritzung, 654 cm³, ca. 63 PS, Hecktank-Konzept
2009690 Enduro R: mehr Federweg, härtere Abstimmung, Offroad-Fokus
2012Hubraum auf 690 cm³; die R läuft fortan als einzige Variante weiter (ca. 66–67 PS)
2014Ride-by-Wire und Doppelzündung aus der Duke, abschaltbares ABS
2017Vorläufiges Produktionsende der vierten Generation
2019Großer Relaunch: 693 cm³, 74 PS, Kurven-ABS, MTC, Fahrmodi, Quickshifter+, neues Chassis
2021Euro-5-Update, Detailpflege an Elektronik und Abstimmung
2024Letztes Modelljahr dieser Ausbaustufe – frische Grafiken, bewährte Technik
2025Kein Modelljahr – insolvenzbedingte Pause
2026Comeback: ca. 78 PS, neue Airbox/Auspuff (Euro5+), überarbeitetes Fahrwerk und Chassis
ETAPPE 07Pressestimmen // Kurz zusammengefasst, verlinkt im Original

Testberichte

Eine kuratierte Auswahl lesenswerter Tests – hier jeweils in eigenen Worten knapp eingeordnet, das Original ist einen Klick entfernt.

1000PS.de

690 SMC R & Enduro R (2019) im Test

Der Test zum großen Relaunch: Warum die 2019er-Generation mit Kurven-ABS, MTC und dem kultivierten 693er-LC4 ein echter Sprung war – inklusive kritischer Anmerkungen zum spartanischen Cockpit.

→ Zum Testbericht
MOTORRAD / motorradonline.de

Modellseite mit allen Tests

Die Testsammlung der MOTORRAD-Redaktion über alle Baujahre – vom Einzylinder-Vergleichstest gegen XT 660 R und TR 650 Terra bis zu aktuellen Fahrberichten und technischen Daten.

→ Zur Modellseite
Motorradreiseführer.de

Langzeit-Perspektive: MY2021 auf Reisen

Test aus der Reise-Enduro-Brille mit Gepäck-Praxis: Stärken als leichteste und stärkste Single-Enduro, dazu ehrliche Wünsche – besseres Cockpit, LED-Licht, komfortablere Details.

→ Zum Testbericht
Enduro21 (englisch)

Aus der Hardenduro-Perspektive

Darf sich ein 146-kg-Bike „Enduro“ nennen? Enduro21 testet die 690 im ernsthaften Gelände und kommt zum Schluss: Sie fährt sich wie eine 450er von vor ein paar Jahren – mit Reisepass.

→ Zum Testbericht
Testberichte.de

Meta-Übersicht aller Pressetests

Gesammelte Auszüge und Wertungen aus diversen Magazinen über die Jahre – gute Anlaufstelle, um die Entwicklung der Kritikpunkte (Lenkeinschlag, Sitzkomfort) und der Lobeshymnen nachzuvollziehen.

→ Zur Übersicht
Cycle News (englisch)

Das 2026er-Update im Test

Erster großer Test der überarbeiteten Generation: rund 78 PS, früher anliegendes Drehmoment, neue Airbox und Auspuffanlage – „so punk-rock wie ein Serienbike nur sein kann“.

→ Zum Testbericht
ETAPPE 08Bewegtbild // Eigenes Material + YouTube

Videos

Aus der eigenen Garage

// Eigenes Video – KTM 690 Enduro R, Modelljahr 2024

Sehenswert auf YouTube

Die Videos werden erst nach einem Klick von YouTube geladen (datensparsame Einbettung über youtube-nocookie.com).

Test des Einzylinder-Fun-Bikes (deutsch)
690 Enduro R 2021 im Test (deutsch)
KTM offiziell: Die 2026er im Detail
MCN: Mit der Ultimate 690 durch Frankreich
Review: Das vielseitigste Motorrad der Welt?
Dirt Bike Magazine: 2026er im Gelände

// Weitere IDs lassen sich unten im Quellcode einfach als neue data-yt-Kacheln ergänzen.

ETAPPE 09Parc fermé // Galerie, Wissen & FAQ

Galerie

Boxenstopp-Quiz: Wie gut kennst du die 690?

Frage 1/60 Punkte

FAQ – kurz beantwortet

Wie weit komme ich mit einer Tankfüllung?

Mit 13,5 Litern im Hecktank und typischen 4,0–4,5 l/100 km auf der Straße sind rund 280–320 km realistisch. Im harten Gelände oder bei Autobahntempo sinkt die Reichweite deutlich – deshalb sind Zusatztanks das beliebteste Reise-Upgrade.

Wie hoch sind Wartungsaufwand und Intervalle?

Serviceintervall alle 10.000 km inklusive Ölwechsel; Ventilspielkontrolle gehört regelmäßig dazu. Für einen Motor dieser Leistungsklasse ist der LC4 erfreulich langstreckentauglich – Laufleistungen jenseits von 50.000 km sind bei gepflegten Maschinen keine Seltenheit.

Was wird in der Community am häufigsten kritisiert?

Dauerbrenner in Foren sind die harte Serien-Sitzbank auf Langstrecke, das minimalistische LCD-Cockpit ohne Drehzahlmesser, der begrenzte Lenkeinschlag im engen Gelände sowie – bei früheren Baujahren – der Kupplungsnehmerzylinder als typisches Verschleißthema. Nichts davon gilt als Ausschlusskriterium, alles ist mit Zubehör oder Vorsorge gut beherrschbar.

Passt die 690 auch für kleinere Fahrer?

Mit rund 910 mm Sitzhöhe ist sie hoch, aber schmal – man steht besser, als die Zahl vermuten lässt. KTM bietet niedrigere Sitzbänke und Tieferlegungen an; viele Fahrer unter 1,75 m kommen mit einseitigem Abstützen gut zurecht.

Welche Umbauten sind für Reise und Rally sinnvoll?

Die Klassiker: komfortablere Sitzbank, kleines Windschild, Handprotektoren, Sturzbügel/Motorschutz, Gepäcklösungen fürs Heck, grobstolligere Reifen – und für die Rally-Optik Navigationsturm plus Front-Zusatztanks. Kaum ein Motorrad hat einen größeren Zubehörmarkt in dieser Nische.

690 Enduro R, Husqvarna 701 oder GasGas ES 700 – was nehmen?

Technisch sind die drei nahezu identisch. Entscheidend sind Design-Geschmack, Ausstattungsdetails, Händlernähe und Preis beim jeweiligen Angebot. Falsch machen kann man mit keiner – das Herz ist immer derselbe LC4.

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